Earthing im Alltag: Barfuss. Geerdet. Überraschend wirkungsvoll.
- 17. Juni
- 7 Min. Lesezeit
Ich erinnere mich noch gut, wie ich das erste Mal bewusst mit Earthing in Berührung gekommen bin. Nicht durch einen Artikel, nicht durch Werbung, sondern durch eigenes Ausprobieren in einer Phase, in der ich nach einfachen, alltagstauglichen Wegen gesucht habe, meinen Körper besser zur Ruhe zu bringen.

Was ich danach bemerkt habe, war zunächst schwer in Worte zu fassen:
Weniger Körperspannung, ruhigerer Schlaf, ein stabileres Grundgefühl und fühle mich auch morgens erholter.
Keine Magie.
Kein Wundermittel.
Aber etwas, das sich für mich stimmig angefühlt hat und das ich seitdem täglich nutze. Tagsüber und auch nachts.
Heute ist Earthing fester Bestandteil meines Alltags.
Und weil ich immer wieder gefragt werde, was dahintersteckt und ob es sich lohnt, es auszuprobieren, habe ich diesen Artikel geschrieben.
Wenn Anspannung, Reizdichte und innere Unruhe im Alltag zunehmen, helfen oft nicht die grossen Lösungen, sondern einfache, regelmässig nutzbare Formen von Entlastung. Ähnlich wie ich es auch im Artikel Reizüberflutung stabilisieren: Nervensystem beruhigen ohne Label-Druck beschrieben habe.
Was ist Earthing überhaupt?
Die Idee ist so einfach wie alt: den Körper leitend mit der Erde verbinden.
Barfuss über Gras laufen, im See schwimmen, mit nackten Füssen auf Stein oder Erde stehen. Das Gefühl dahinter kennen die meisten: dieses Ankommen, Runterregulieren, Bodenhaftung spüren.
Technisches Earthing versucht, genau das in Innenräumen möglich zu machen:
über leitfähige Matten, Unterlagen oder Bettlaken, die entweder mit dem Schutzleiter einer geerdeten Steckdose oder mit einem Erdungsstab verbunden sind. Kein Strom fliesst durch den Körper. Es geht um die rein elektrische Verbindung und Ausgleich mit dem Erdpotenzial.
Der Mechanismus, der dahinterstehen soll: Unser Körper baut im Alltag elektrostatische Ladung auf: durch synthetische Böden, isolierende Schuhe, Bildschirme, trockene Luft und generell Elektro-Smog. Earthing gleicht diese Ladung aus. Nicht dauerhaft, aber während der Zeit der Erdung. Ob das der entscheidende Wirkweg ist, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt.
Was viele Menschen berichten, ist trotzdem konsistent:
weniger Spannung, ruhigerer Schlaf, bessere Erholung, stabileres Körpergefühl.
Meine eigene Erfahrung: ehrlich und ohne Übertreibung
Ich nutze Earthing seid gut eineinhalb Jahren täglich. Tagsüber beim Arbeiten am PC, beim Entspannen auf dem Sofa und nachts beim Schlafen.
Nicht aus Überzeugung einer Theorie, sondern weil ich einen Unterschied bemerkt habe, der mich überzeugt hat.
Konkret:
Ich schlafe ruhiger.
Ich wache seltener angespannt auf.
Ich habe keinen Nachtschweiss mehr.
Ich bin morgens erholter.
Mein Körper fühlt sich während langer Arbeitsphasen am Schreibtisch weniger "aufgeladen" an. Schwer zu beschreiben, aber für mich spürbar. Insbesondere auch wenn ich mich eine Weile nicht oder weniger erde.
Wenn Schlaf und nächtliche Anspannung ohnehin ein Thema sind, lohnt sich ergänzend auch ein Blick auf Schlafhygiene bei Stress: wie du abends wirklich runterkommst und erholter aufwachst.
Denn Earthing kann eine Ergänzung sein, ersetzt aber keine sinnvolle Schlafroutine.
Auch viele Klientinnen und Klienten, die zu mir vor Ort kommen, werden während einer Session auf Wunsch technisch geerdet.
Was ich dabei beobachte:
Alle verlieren sofort ihre elektrische Körperspannung.
Wärmere Hände.
Ruhigere Atmung.
Ein leichteres Loslassen.
Das ist keine klinische Messung, aber es ist eine konsistente Alltagsbeobachtung aus vielen Sitzungen.
Jedoch bestätigt ist, dass die elektrische Spannung der Erde praktisch bei 0 Volt liegt. Und mit einem Multimeter lässt sich unkompliziert messen, wie sich die elektrische Körperspannung während dem technischen Erden derjenigen der Erde angleicht und sofort auf unter 0,1 V fällt. Durchaus denkbar, dass dies auch einen Einfluss auf unsere unzähligen körpereigenen (biochemischen) Prozesse und somit auch auf unsere Regeneration haben könnte.
Ich sage das nicht, um eine Wirkung zu bestätigen oder zu beeindrucken.
Sondern weil ich es für richtig halte, das zu teilen, was ich tatsächlich erlebe und weil es der Grund ist, warum ich dieses Thema ernst nehme und auch jedem empfehle.
Was sagt die Forschung?
Es gibt inzwischen eine wachsende Anzahl Studien zu Earthing, vor allem zu Schlaf, Stress, Entzündungsmarkern und Regeneration. Einige davon zeigen interessante Effekte.
Eine 2025 publizierte randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie mit 60 Teilnehmenden berichtete Verbesserungen bei Schlaf, Stress und Tagesmüdigkeit über einen Zeitraum von 31 Tagen. Zur Studie (englisch, externer Link)
Die Wissenschaft ist noch nicht am Ende. Und leider scheint das Interesse zur Durchführung repräsentativer Studien seitens der medizinischen Forschung eher klein. Die Evidenz ist jedoch interessant, aber noch nicht so robust, dass Earthing als gesicherte medizinische Methode gilt. Das ist auch nicht der Anspruch.
Was mich überzeugt, ist das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis:
risikoarm (bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt)
günstig, benötigt meist nur geringe Initialkosten
einfach anwendbar
und für viele Menschen subjektiv hilfreich.
Das reicht mir, um es ernst zunehmen und weiter zu empfehlen.
Wo Earthing im Alltag wirklich Sinn macht
1. Am Schreibtisch
Wer täglich viele Stunden sitzt, Entscheidungen trifft, Texte schreibt, telefoniert und auf Bildschirme schaut, kennt das Gefühl: eine diffuse Körperspannung, die sich über den Tag aufbaut und abends nicht einfach verschwindet.
Eine leitfähige Unterlage am Arbeitsplatz, für Unterarme, Maus oder Füsse, kann hier ein einfacher Begleiter sein. Kein Ritual, keine Unterbrechung der Arbeit.
Einfach da.
Ich nutze Earthing selbst täglich im Alltag und schätze es als ruhiges Gegenwicht zu langen Konzentrationsphasen.
Gerade bei langen Arbeitstagen entsteht Belastung oft nicht nur körperlich, sondern auch durch mentale Überfrachtung, offene Themen und zu viele Reize gleichzeitig. Mehr dazu findest du im Artikel Mental Load reduzieren: geistige Überlastung im Alltag früher erkennen und gezielt entlasten.
2. Beim Schlafen

Der Schlaf ist der Bereich, in dem technisches Earthing am häufigsten eingesetzt wird und in dem es die stärksten Forschungshinweise gibt. Wer nachts mehrere Stunden geerdet ist, schafft eine konstante, passive Anwendung ohne jeden Aufwand.
Ich selbst erde mich auch nachts. Es ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, über die ich kaum noch nachdenke. So wie das Abdunkeln des Schlafzimmers oder das Lüften vor dem Schlafengehen.
3. Auf dem Sofa
Viele Menschen entspannen sich abends auf dem Sofa. Und genau das ist ein idealer Moment für Earthing. Eine Erdungsmatte unter den Füssen oder eine leitfähige Unterlage auf dem Sofa selbst macht die Anwendung denkbar einfach:
Hinsetzen, ankommen, geerdet sein.
Kein Aufwand, kein Ritual. Einfach eine ruhige Stunde, in der der Körper nebenbei zur Ruhe kommt.
Gerade für Menschen, die abends schwer abschalten, ist das eine sehr alltagsnahe Ergänzung.
4. Draussen — und das kostet nichts

Barfuss auf Gras, Erde, Stein oder im Wasser: Das ist Earthing in seiner einfachsten Form. Keine Produkte, keine Investition, keine Einrichtung. Nur die Bereitschaft, Schuhe auszuziehen und den Boden zu spüren.

Es lohnt sich wann immer möglich barfuss zu gehen: im Garten, beim Spazieren, beim Morgenkaffee. Es dauert manchmal nur fünf Minuten. Und es bringt etwas.
5. In einer Coaching-Session vor Ort
Wer zu mir nach Unterengstringen kommt, kann Earthing auf Wunsch direkt in eine Session integrieren. Es ist kein Hauptangebot, sondern ein einfaches zusätzliches Element: für Menschen, die ankommen, den Körper spüren und etwas ruhiger in ein Gespräch gehen möchten.
Einfach mal ausprobieren — so geht es
Du musst nicht sofort investieren.
Starte draussen: barfuss auf Erde, Gras, Stein oder im Wasser — zehn bis zwanzig Minuten. Erwarte keine Wunder. Beobachte, was passiert. Schlaf, Körpergefühl, innere Ruhe.
Nicht alles auf einmal, sondern mit offenem Blick.
Wenn du technische Erdung drinnen ausprobieren möchtest:
Einstieg: eine einfache Erdungsmatte für den Schreibtisch oder eine Fussmatte — Kosten ab etwa 40 – 80 CHF
Für den Schlaf: Erdungs-Bettlaken oder -Unterlagen — je nach Grösse und Ausführung etwas mehr Investition, aber viele berichten beim nächtlichen Erden von den stärksten Effekten
Technische Sicherheit: immer prüfen, ob die Steckdose korrekt geerdet ist (Steckdosentester, ca. 10 CHF)
Keine komplizierte Einrichtung nötig — meistens einstecken, Kontakt herstellen, fertig
Wichtig:
Earthing ist kein Ersatz für etwas und der Erdungs-Effekt hält auch nur während des Earthings an. Die meisten zeigen danach praktisch wieder dasselbe elektrische Spannungspotenzial wie zuvor.
Es ist eine Ergänzung: niedrigschwellig, kostengünstig, risikoarm.
Wer gesundheitliche Beschwerden hat, bleibt bei der Fachperson seiner Wahl.
Earthing läuft parallel dazu, nicht statt etwas anderem.
Wo die Grenze zwischen sinnvoller Begleitung, Selbsthilfe und fachlicher Behandlung verläuft, habe ich auch im Artikel Coaching oder Therapie? Die wichtigsten Unterschiede klar und respektvoll erklärt eingeordnet.
Mein Fazit
Ich bin kein Earthing-Missionar. Ich teile, was ich selbst erlebe und was ich bei Klientinnen und Klienten beobachte und ich lasse dir die Einschätzung, was es für dich bedeutet.
Was ich sagen kann:
Der Aufwand ist minimal.
Das Risiko ist praktisch null.
Und für viele Menschen ist der Effekt spürbar genug, um es zur Gewohnheit zu machen.
Das reicht mir als Empfehlung:
Informiere dich selbst. Probier es aus. Bleib offen. Schau, was du bemerkst.
Nächster Schritt
Wenn du Earthing in einem ruhigen, seriösen Rahmen erleben möchtest, kannst du es bei holisticWaves in Unterengstringen in eine Session integrieren.
Ich zeige dir auf Wunsch auch, welche Erdungslösung für Alltag, Schreibtisch, Yoga oder Schlaf aus meiner Sicht sinnvoll ist und ich biete auch eine überschaubare Auswahl geprüfter Erdungsprodukte an.
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FAQ: Earthing im Alltag — überraschend wirkungsvoll
Was ist der Unterschied zwischen Earthing, Grounding und technischer Erdung?
Im Alltag werden die Begriffe meist gleich verwendet: gemeint ist die leitende Verbindung des Körpers mit der Erde. Direkt draussen oder technisch über geeignete Produkte drinnen.
Muss ich etwas kaufen, um Earthing auszuprobieren?
Nein. Der einfachste Einstieg kostet nichts: barfuss auf Gras, Erde, Stein oder im Wasser. Technische Produkte sind eine Ergänzung für drinnen, aber kein Pflichtprogramm.
Ist Earthing gefährlich?
Nein, wenn sauber umgesetzt. Seriöse Produkte verbinden nur mit dem Erdungskontakt einer Steckdose: kein Strom, keine Spannung. Trotzdem: Steckdose mit einem einfachen Tester prüfen, besonders bei älteren Installationen.
Wie lange sollte man täglich geerdet sein?
Es gibt keine feste Regel. Ich empfehle solange wie möglich. Viele Menschen starten mit 20 – 30 Minuten täglich und bemerken schon dabei etwas. Andere merken nach mehreren Stunden nichts. Beim Schlafen passiert Earthing passiv über mehrere Stunden: das macht es für viele zur einfachsten Variante.
Für wen ist Earthing besonders interessant?
Für Menschen, die viel sitzen, am Computer arbeiten, schwer abschalten können, ihren Schlaf verbessern möchten oder einfach mehr Bodenhaftung und Ruhe im Alltag suchen. Es ist eine Ergänzung, keine Therapie.
Bietest du bei holisticWaves Erdungsprodukte an?
Ja. Ich nutze technische Erdung selbst und kenne verschiedene Lösungen aus der Praxis. Auf Wunsch gebe ich dir eine Einschätzung, was für Schreibtisch, Sofa, Auto, Schlaf oder Alltag sinnvoll sein kann, ohne Kaufdruck und mit realistischen Erwartungen.
Hinweis
Earthing ist keine medizinische Methode und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Abklärung. Die hier beschriebenen Erfahrungen sind persönliche Beobachtungen: keine Heilsversprechen, keine Garantien. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine qualifizierte Fachperson.
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